LaCuccina im Stellwerk

15
Mai
2014
Ansicht des Bahnhofs Schloß Holte um die Jahrhundertwende

Ansicht des Bahnhofs Schloß Holte um die Jahrhundertwende

Wann geht es los?

Ja, Wann?

Das ist hier die Frage.
Nachdem wir von der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock den Zuschlag zur Anmietung bekommen haben, warten alle Beteiligten, dass der Umbau endlich voran gehen kann.
In den Gesprächen mit der Bauabteilung und dem Architekten liegen die Pläne ganz klar vor.

Entstehen soll eine moderne Catering Küche mit angegliederter Tapas-Bar.
Im Sommer soll der Bahnhofsvorplatz für eine gediegene Außengastronomie genutzt werden.

Aber wann kann es losgehen?

Ja leider macht uns die Bahn immer wieder ein Strich durch die Planung, denn der Umbau kann erst nach dem Auszug der Bahn erfolgen, die das Stellwerk immer noch gemietet hat. Und die Bahn kann erst nach Fertigstellung der Bahnübergänge und Umstellung auf das digitale Stellwerk in Lage ausziehen.

Wie man regelmäßig der hiesigen Tagespresse entnehmen kann, verzögert sich diese Umstellung (gleichzeitig die Umstellung auf 30minütiger Frequenz) von Fahrplanwechsel zu Fahrplanwechsel. 

Neues Ziel: Mitte 2015

 

Schloß Holte-Stukenbrock
Bahn reagiert auf neue Verzögerungen
Menschen in SHS sind verärgert, dass der neue Bahnsteig weiter ungenutzt bleibt

VON SIGURD GRINGEL

 
Statt auf Gleis 1 zu bleiben und den neuen barrierefreien Bahnsteig anzufahren, wird die Bahn (hier aus Richtung Bielefeld kommend) auf das Gleis 3 und somit an den alten Bahnsteig geleitet. Technisch sei die dauerhafte Schaltung auf Gleis 1 längst möglich, sagt ein Bahnsprecher.
Weicht aus | FOTO: GUNTER HELD
 
Schloß Holte-Stukenbrock. Barrierefreier Bahnhof, kürzere Fahrzeiten und Zugverkehr im Halbstundentakt: Darauf müssen die Menschen in Schloß Holte-Stukenbrock weiter warten. Die Deutsche Bahn hat jetzt bekanntgegeben, dass es erneut zu Verzögerungen bei den Bauarbeiten kommen wird. Der Termin 14. Dezember kann nicht eingehalten werden. Wir haben nachgefragt, welche Folgen das für SHS hat.

Menschen mit Behinderung
Für gehbehinderte Menschen ist die derzeitige Situation nicht tragbar. Sie müssen ein Gleis überqueren, um zum Bahnsteig zu gelangen. Das ist für Rollstuhlfahrer nicht ohne fremde Hilfe machbar. Aber auch Menschen an Krücken oder Eltern mit Kinderwagen haben Probleme. Marion Herzog, die eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Behinderungen leitet, will sich jetzt noch stärker dafür einsetzen, dass die Deutsche Bahn zumindest temporär Abhilfe schafft. Entweder mit einer Querungshilfe, zum Beispiel eine Asphaltierung, oder mit einem Mitarbeiter, der auch tagsüber vor Ort wäre und die Weiche auf Gleis 1 stellt. Auf Anfrage der NW will die Bahn jetzt tatsächlich handeln (siehe Zusatzkasten).

Dort würde Rüdiger Paul gern seine Küche und eine Tapasbar (l.) einrichten. Seit mehr als einem Jahr wartet er, dass die Bahn auszieht. Dann muss er noch renovieren.
Altes Stellwerk | FOTO: SABINE KUBENDORFF
 
Gastronomie
Rüdiger Paul besitzt ein Catering-Unternehmen und will expandieren. Dazu benötigt er eine größere Küche. Einen Platz hat er bereits gefunden: Das Stellwerk am Bahnhof. Eigentümer ist die Stadt SHS, die Bahn ist Mieter – bis das neue Stellwerk in Lage betriebsbereit ist und das alte in SHS nicht mehr benötigt wird. Weil sich dieser Termin immer weiter verschiebt, liegen auch Pauls Pläne noch auf Eis. Er will dort eine größere Küche, Kühlraume und eine Tapasbar mit Außengastronomie am Bahnhofsvorplatz betreiben. Er hatte gehofft, schon in diesem Sommer dort einzuziehen. Seine Frau Dirith hat ihren Friseursalon am Holter Kirchplatz zum 1. August aufgegeben, um die Tapasbar zu betreiben. Das Sommergeschäft 2014 ist ihnen bereits durch die Lappen gegangen, 2015 wird es wohl auch so sein. Paul rechnet mit mehreren Monaten für den Rückbau und die Sanierung.

Stadtkasse
Die Stadt ist finanziell am Ausbau der Bahnübergänge beteiligt. Die Kosten werden geteilt. Die Stadt, die Bahn und der jeweilige Straßenbaulastträger zahlen je ein Drittel. Die Tiefbauarbeiten schreiten von Süden nach Norden durch das Stadtgebiet voran. Momentan wird an den Bahnübergängen am Grünen Weg und am Grauthoffweg gearbeitet. Danach wird der Bahnübergang am Hellweg folgen. Fertig sind die Übergänge dann aber noch nicht. Zum Schluss bekommen sie eine neue Signaltechnik. Und erst dann erstellt die Bahn die Rechnung, die die Stadt bei der Bezzirksbehörde einreichen muss, um Fördergelder zu erhalten. Von dem zu bezahlenden Drittel ist wiederum rund ein Drittel Eigenanteil fällig. 70 Prozent des Anteils für die Stadt übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Die Fristen werden höchstwahrscheinlich gewahrt. Die Stadt kann die Fördergelder bis Ende 2015 geltend machen, in manchen Fällen sogar länger, teilt Pascal Lideck mit. Er koordiniert bei der Stadt die Straßenbauarbeiten. Der Anteil der Stadt wird bei 100.000 bis 120.000 Euro liegen.

Neuer Mitarbeiter am Bahnhof

Die Aussagen sind nicht in Einklang zu bringen. Die NW-Bahn sagt, die dauerhafte Weichenstellung von Gleis 3 auf Gleis 1 sei technisch kein Problem, die Deutsche Bahn bestreitet das. Trotzdem lenkt sie jetzt aufgrund der mehrfachen Berichterstattung in der NW über die unhaltbaren Zustände am Bahnhof Schloß Holte ein. Wie DB-Sprecher Dirk Pohlmann der NW am Freitagabend bestätigte, wird voraussichtlich ab Mitte September ein Mitarbeiter der Bahn an Werktagen am Bahnhof sein und den Fahrgästen beim Ein- und Aussteigen helfen. Ein Reisendenhelfer, sagt Pohlmann. Zudem soll die Gleisquerung überprüft werden.

Dokumenten Information
Copyright © Neue Westfälische 2014
Dokument erstellt am 22.08.2014 um 19:57:09 Uhr
Letzte Änderung am 22.08.2014 um 19:59:44 Uhr